Wissen sie, früher war das die Linie E, es war ja nicht viel, aber dass dies hier die Linie E war, das weiß ich noch. U5 steht nun draußen dran und inzwischen merke ich mir das und steige nicht mehr in die Linie D nach Pankow. Wissen sie, früher da war die U-Bahn größer irgendwie anders und nicht so dreckig, nein so nicht. Einen Sitzplatz bekam man immer und der Einkaufswagen hatte immer Platz. Jetzt wird es hier schon ganz schön eng und voll wenn nur noch ein anderer mit einem Zugkoffer hineinkommt.

Wissen sie, früher da kam ich noch an die Handgurte ran, man konnte sich einhängen in dieser Linie um nicht umzufallen beim Anfahren. Das Gebimmel aller Straßenbahnen und U-Bahnen wird man ja nie wieder los im Kopp, „Tütütü“ macht mein Ohr immer noch wenn ich in die 21 nach Karlshorst einsteigen will.

Wissen sie, früher da war hier die Station der Stasi. Hat ja jeder gewusst das da oben „Horch und Guck“ wohnten und mit dem Nachbarn konntest du auch nicht drüber reden weil das einer von denen war.

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Linie D

Wissen sie, ich vermisse meine Großeltern schrecklich. Meine Hände legen sich beim U-Bahn Lärm noch immer auf meine Ohren. Meine Füße gerieten in die Speichen des Rades am Ende der S-Bahn und meine Hände durchstreiften die Brennnesseln am Ernst-Thälmann-Park.

Wissen sie, ich vermisse meine Großeltern manchmal so doll, dass ich neidisch bin auf alle die ihre noch haben und ihnen Postkarten schicken können. Mir fehlen von zehn gekauften Postkarten nun immer zwei Menschen an die ich diese versenden kann.

Wissen sie, ich vermisse meine Großeltern gelegentlich so arg, dass ich bei jeder Straßenbahnhaltestelle bis zehn zählen muss um nicht loszuweinen. „Atme ein und zähle bis zehn“ hat Opa immer gesagt und mir dann aufgeholfen mit seiner Hand.

Hier und Jetzt muss ich jetzt in die M10, die früher 20 hieß, umsteigen um meine Eltern und die Großeltern meiner Kinder zu besuchen und dann nehmen wir die Linie D bis zur Kita.

Alu

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